Sensitive Daten sind Informationen, die besonders schützenswert sind, weil ihr Missbrauch schwerwiegende Folgen haben kann – etwa für
die Privatsphäre, die Sicherheit, die Reputation oder das Wohlbefinden von Personen oder Organisationen.
Sie unterliegen in vielen Ländern strengen gesetzlichen Regelungen, wie der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) in der EU oder
dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG). gehören Ihre Daten nur Ihnen und andererseits sind Sie verantwortlich für Ihre Daten:
Übersicht sensibler Daten
1. Persönliche Identifikationsdaten - Daten, die eine Person direkt identifizieren oder identifizierbar machen:
- Volle Name (z. B. “Anna Müller”)
- Adresse (z. B. “Hauptstraße 12, 8000 Zürich”)
- Telefonnummer (z. B. “+41 79 123 45 67”)
- E-Mail-Adresse (z. B. “anna.mueller@example.com”)
- Geburtsdatum (z. B. “15.03.1985”)
- Foto oder Video (z. B. ein Porträtfoto)
- IP-Adresse (z. B. “192.168.1.1”)
- Benutzername oder Account-ID (z. B. “@annamueller” in sozialen Medien)
- Pass oder ID, Identitäskarte
2. Finanzdaten - Informationen über finanzielle Verhältnisse oder Transaktionen:
- Kontonummer (z. B. IBAN: “CH93 0076 2011 6238 5295 7”)
- Kreditkartennummer (z. B. “4111 1111 1111 1111”)
- Kreditwürdigkeit oder Schufa-Score
- Gehaltsangaben (z. B. “CHF 6.500 brutto pro Monat”)
- Steuerinformationen (z. B. Steuererklärung oder Steueridentifikationsnummer)
- Kryptowährungs-Wallet-Adressen (z. B. Bitcoin-Adresse: “1A1zP1eP5QGefi2DMPTfTL5SLmv7DivfNa”)
3. Gesundheitsdaten - Daten, die den körperlichen oder geistigen Zustand einer Person betreffen:
- Krankenakten (z. B. Diagnosen, Behandlungsverläufe)
- Rezepte (z. B. Medikamentenliste)
- Genetische Daten (z. B. DNA-Tests)
- Psychische Gesundheitsinformationen (z. B. Therapieberichte)
- Impfpass-Daten (z. B. COVID-19-Impfstatus)
- Fitnessdaten (z. B. Schrittzähler oder Herzfrequenz aus Wearables)
4. Biometrische und verhaltensbezogene Daten - Daten, die einzigartig mit einer Person verbunden sind:
- Fingerabdrücke (z. B. für biometrische Zugangssysteme)
- Gesichtserkennung (z. B. für Entsperren von Smartphones)
- Iris-Scan (z. B. für Hochsicherheitsbereiche)
- Stimmmuster (z. B. für Sprachassistenten)
- Tippverhalten (z. B. wie jemand auf einer Tastatur tippt)
5. Standortdaten - Daten, die den Aufenthaltsort einer Person preisgeben:
- GPS-Daten (z. B. aus Smartphone-Apps wie Google Maps)
- WLAN- oder Bluetooth-Verbindungen (z. B. Tracking in Einkaufszentren)
- Reisedaten (z. B. Flugbuchungen oder Hotelaufenthalte)
- Check-ins in sozialen Medien (z. B. “Bin gerade im Café XY”)
6. Politische, religiöse oder weltanschauliche Ansichten - Daten, die persönliche Überzeugungen offenbaren:
- Parteizugehörigkeit (z. B. Mitgliedschaft in einer Partei)
- Religiöse Zugehörigkeit (z. B. Konfession oder Teilnahme an religiösen Veranstaltungen)
- Weltanschauliche Haltung (z. B. Teilnahme an Demonstrationen oder Mitgliedschaft in einer NGO)
7. Daten zur sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität
- Sexuelle Orientierung (z. B. LGBTQ±Zugehörigkeit)
- Geschlechtsidentität (z. B. nicht-binäre Identität)
- Medizinische Geschlechtsanpassung (z. B. Hormontherapie)
8. Strafrechtliche Daten - Daten, die mit Straftaten oder rechtlichen Verfahren zusammenhängen:
- Vorstrafenregister (z. B. Eintrag im Strafregister)
- Anklagen oder Verurteilungen Überwachungsdaten (z. B. Polizeiberichte)
9. Daten von Kindern - Daten, die sich auf Personen unter 18 Jahren beziehen, gelten als besonders schützenswert:
- Name, Adresse, Schule des Kindes
- Schulzeugnisse oder Lernfortschritte
- Bilder oder Videos von Kindern (z. B. in sozialen Medien)
10. Unternehmenssensible Daten - Auch Daten von Unternehmen können sensibel sein, z. B.:
- Geschäftsgeheimnisse (z. B. Rezepturen, Algorithmen)
- Kundendaten (z. B. E-Mail-Listen)
- Firmenzahlnen wie Finanzberichte, Bilanzen
- Pläne, Strategiepläne etc
- Verträge und Vereinbarungen
- Produkteentwicklungen, USPs
- Personaldaten (z. B. Gehälter oder Leistungsbewertungen)
- Komunikation
Warum sind diese Daten sensibel?
- Missbrauchsrisiko: Identitätsdiebstahl, Betrug, Erpressung oder Diskriminierung.
- Rechtliche Konsequenzen: Verstöße gegen Datenschutzgesetze können hohe Strafen nach sich ziehen (z. B. bis zu 20 Mio. € oder 4% des weltweiten Umsatzes bei DSGVO-Verstößen).
- Reputationsschäden: Für Unternehmen oder Privatpersonen.
- Sicherheitsrisiken: Angriffe auf kritische Infrastruktur (z. B. Krankenhäuser, Banken).
Beispiele aus dem Alltag:
